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„Selig die Barmherzigen …“Altarrelief: Samariterin am Brunnen

In der christlichen Tradition wird den sieben leiblichen und geistigen Werken der Barmherzigkeit eine große Bedeutung zugemessen. Barmherzigkeit und Nächstenliebe sind gleichsam die zwei Seiten ein und derselben Medaille. Ist es doch der Aufruf Jesu, der uns auffordert: „Seid barmherzig wie euer Vater im Himmel barmherzig ist“ (Lk 6,36). Jesus zeigte uns den Gott des Erbarmens in vielen seiner Predigten. In diese Haltung wollte er die Seinen hineinführen und zum entsprechenden Tun anleiten.

Im Alten Testament wird an vielen Stellen von Jahwe gesagt: “Der Herr ist barmherzig“ (Ex 34,6). Das lat. Wort für Barmherzigkeit ist misericordia.  „Ein Herz voll Erbarmen - ein Herz für die Armen“ für die Not der Mitmenschen haben und ihnen helfend und Anteil nehmend zur Seite stehen. So betätigt sich Nächstenliebe konkret.

Nur wer sich selbst von Gott reich beschenkt weiß, kann andern gegenüber barmherzig sein. „Wer innerlich reich ist, braucht keinen (äußeren) Reichtum. Das ermöglicht eine Spiritualität der offenen Augen, der engagierten Hände: also eine Spiritualität des Erbarmens“ (P.M.Zulehner: Gott ist größer als unser Herz. Schwabenverlag 2006).

Unsere Gründer erkannten die innere Not der Menschen ihrer Tage und legten den Schwerpunkt des Apostolates auf die geistigen Werke der Barmherzigkeit. Die Schwestern sollten bei allen Werken der Caritas in den geistlichen Werken der Barmherzigkeit die von ihrem Beruf am meisten geforderte Betätigung der Caritas sehen.

  • Unwissende belehren
  • Zweifelnde  beraten
  • Trauernde trösten
  • Sünder zurechtweisen
  • Beleidigern gern verzeihen
  • Lästige geduldig ertragen                
  • für Lebende und Verstorbene beten

 „Die Werke der Barmherzigkeit sind die Liebestaten durch die wir unseren Nächsten in seinen leiblichen und geistigen Bedürfnissen zuhilfe kommen“ (Katechismus der katholischen Kirche Nr.2447). Sie erfassen den Menschen in seiner leiblich-geistigen Ganzheit mit Leib und Seele.

Wie der Leib sich vom Brot ernährt, so wird die Seele von Gottes Wort gespeist. Im Alten Testament läßt Jahwe durch den Propheten Amos sagen, dass er den Hunger ins Land schickt. „Siehe es werden Tage kommen... da sende ich den Hunger ins Land, nicht den Hunger nach Brot und nicht den Durst nach Wasser, sondern zu hören das Wort Jahwes“ (Am 8,11).

Bischof Korum erkannte, dass Jahwe den Menschen des 20. Jahrhunderts den Hunger, das Wort Gottes zu hören, ebenso ins Land schickt wie zur Zeit des Propheten Amos. Im Anschluss an das Prophetenwort sagte er im Generalkapitel 1914 den Schwestern:  „Da sollen wir sein; wir sollen gleichsam Häuser des Brotes sein.“  An anderer Stelle sagte er: „Der Geist, der mit Gottes Gnade die Schwestern vom hl. Joseph beseelen soll, ist der Geist apostolischer Liebe und Hingabe für das Heil der Seelen. Wie die Apostel ihrem göttlichen Meister von Herzen zugetan waren und darum bei der Gründung der Kirche sich restlos mühten, seine Lehre zu verkünden und seine Liebe in den Herzen der Menschen zu entfachen, so werden auch die Schwestern dieses Ziel zu erstreben suchen, vorzüglich durch geistliche  Werke der Barmherzigkeit..“

Mutter Gertrud schrieb in ihren Erinnerungen über Bischof Korum: „Er hatte eine ganz besondere Gabe, die Seelen zu trösten und aufzurichten... Dieses Trostspenden, das Leid des Nächsten zum eigenen zu machen, dieses Werk der geistlichen Barmherzigkeit übte und liebte der Bischof vorzugsweise.“  Wenn wir selbst in Gottes Geist und aus ihm, dem Tröster leben, können wir den Menschen jenen Trost bringen, den nur der „Vater der Barmherzigkeit und der Gott alles Trostes“ geben kann (2 Kor 1,3).

Nach Bischof Korum sollen die Schwestern Dienerinnen der Frohbotschaft und des kommenden Himmelreiches sein. So ist das Apostolat der Exerzitien, der Glaubensverkündigung, der Katechese und Bildungsarbeit für Frauen von den Anfängen an Schwerpunkt unseres Dienstes. Wenn wir die geistlichen Werke der Barmherzigkeit für heute übersetzen, so ist dieser Dienst für die Menschen unserer Tage aktueller denn je.

  • Wie viel Unwissen bei allem Vielwissen gibt es auch heute noch. Wir wollen uns einsetzen für Bildung für alle.
  • Wie gilt es, jeden Menschen zu achten,  ihm Zeit zu schenken, Zweifelnde anzuhören und ihnen mit Rat bei zu stehen.
  • Wir wollen uns von der Not anderer anrühren lassen, an ihrer Seite bleiben und ihnen Trost spenden
  • Menschen eine geistige Herberge geben, sie auf ihrem Weg ermutigen
  • Versöhnung leben in einer Welt, die oft so unversöhnlich miteinander umgeht.
  • nicht gleiches mit gleichem zu vergelten
  • im Gebet Menschen „mittragen“, vor Gott für sie einstehen

 Bei vielen Gelegenheiten verwies Bischof Korum die Schwestern auf die Barmherzigkeit:

 „Es muß barmherzige Schwestern geben, die suchen, andern den Frieden zu vermitteln, sie zum Glauben zurückzuführen, so dass sie am Herzen Gottes wieder Frieden finden.“

„Ihr sollt für jedes Werk der geistlichen Barmherzigkeit und Liebe freudig und mutig euch hingeben.“

Es bleibt uns die Seligpreisung Jesu Ansporn:  „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“ (Mt 5,7). Nicht aus uns selbst können wir es vollbringen, sondern wir dürfen auf die Zusage des Psalmisten vertrauen: „Er ist es, der dich krönt mit Güte und Erbarmen....  Barmherzig und gnädig ist Jahwe, langmütig und voller Güte“ (Ps 103).

 

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